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11.09.2017, 12:00 Uhr

Deutsche Autobauer am Scheideweg?

Besuch beim VW-Hahn in Kornwestheim

Die Diskussionen über den Dieseltreibstoff und die Zukunft des Autos – Stichwort E-Mobilität – sind derzeit in aller Munde. Grund genug, um sich einen eigenen Einblick zu verschaffen. Iris Ripsam besuchte deshalb am Montag, den 11. September das VW-Autohaus Hahn in Kornwestheim.

Dort traf sie dem ehemaligen Geschäftsführer Tobias Hopf, der Anfang des Jahres als Wirtschaftsjunior im Berliner Abgeordnetenbüro von Iris Ripsam das politische Berlin für eine Woche kennenlernen durfte. Mit ihm warf sie bei einem Rundgang einen Blick hinter die Kulissen des Betriebes warf. Das Autohaus in Kornwestheim ist einer vom 2.100 VW-Standorten in Deutschland und fungierte 90 Jahre unter dem Namen Auto-Blank und heißt seit kurzem Hahn Automobile. Über 1.600 Mitarbeiter, davon rund 240 Auszubildende, sind bei der Hahn Gruppe beschäftigt. Hopf berichtete Iris Ripsam, dass es im Zuge der Diskussion um den Diesel zu einer Entwertung der Fahrzeugbestände gekommen sei, die diesen Treibstoff verwenden. Die Verunsicherung bei den Kunden sei spürbar. Dies wirke sich auch direkt auf die Verkaufszahlen aus, welche einen merklichen Einbruch erlitten.

Von pauschalen Fahrverboten hält Iris Ripsam nichts: „Gemeinsames Ziel von Bund, Ländern und Automobilindustrie muss es sein, eine nachhaltige Mobilität zu sichern. Der Dieselgipfel hat Sofortmaßnahmen mit klaren Regeln festgelegt, die staatliche Kontrolle gestärkt, finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt und den Rahmen für weitere Maßnahmen gesteckt“, so Ripsam. Der Diesel-Gipfel habe ein umfangreiches Maßnahmenpaket auf den Weg gebracht. Unter anderem würden hunderte von Millionen Euro zur Verfügunggestellt, um mit gezielten Programmen und einem neuen Fonds für nachhaltige Mobilität die Luftreinhaltung zu verbessern. Elektrobusse, emissionsarme städtische Nutzfahrzeuge, optimierter ÖPNV seien nur einige Beispiele für eine Vielzahl von Instrumenten.

„Die Elektromobilität wird eine der wichtigen zukünftigen Antriebstechnologien sein, doch bis dahin gilt es noch einige Hürden zu nehmen. Aber vielleicht bedurfte es ja wirklich eines Wachrüttelns der deutschen Autobauer, um Tesla und Co. auf dem Segment entschlossen entgegenzutreten“, sagte Ripsam gegen Ende des Besuchs. Die neue VW-Elektromobilitätsoffensive lässt da hoffen, denn bis 2025 will der Konzern fast 50 reine E-Automodelle anbieten.

 

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